Hamburg Airport steigt zum reinen Ferienflughafen ab – Ritter fordert strategische Partnerschaften auch für den Flughafen
Zum Start der Hauptreisesaison mahnt die FDP Hamburg eine ehrliche Bestandsaufnahme zur Zukunft des Hamburger Flughafens an. Trotz moderner digitaler Infrastruktur an den Sicherheitsgates verliert der Airport im europäischen Vergleich massiv an Business-Konnektivität und wandelt sich zunehmend zu einem reinen Urlaubsflughafen.
Dazu erklärt der FDP-Landesvorsitzende Finn Ole Ritter:
„Wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken: Hamburg verliert im europäischen Vergleich massiv an wirtschaftlicher Vernetzung. Dass wichtige europäische Partnerregionen im Linienverkehr nicht mehr direkt erreichbar sind, ist ein bitterer Schlag für unsere exportorientierte Wirtschaft. Wenn notwendige, gesetzlich vorgeschriebene Entgelterhöhungen dazu führen, dass Fluggesellschaften europäische Wirtschaftslinien streichen, darf die Landespolitik das nicht tatenlos hinnehmen. Das Standard-Ablenkungsmanöver des Senats auf den Bund ist seit diesem Monat endgültig hinfällig: Berlin hat die Erhöhung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli offiziell zurückgenommen. Die verbleibenden Belastungen bei den Sicherheitsgebühren wiederum sind die logische Folge der ver.di-Tarifabschlüsse.
Das Problem ist somit ein hausgemachtes: Der Senat moderiert den Abstieg zum reinen Ferienflughafen auf dem Niveau von Stuttgart, ohne verkehrspolitische Gegenimpulse zu setzen. Durch das zwingend notwendige Nachtflugverbot kommt es zu einer massiven Ballung von Landungen kurz vor der Sperrstunde. Anschließend kollabiert regelmäßig die Gepäckabfertigung. Wer spätabends müde landet, steht nicht nur stundenlang am Gepäckband, sondern scheitert danach auch an den mangelhaften Abreisemöglichkeiten des ÖPNV. Wenn der Senat selbst kein Konzept für diese kritische Infrastruktur besitzt, muss er sich eine fundamentale Frage gefallen lassen: Warum misst er hier mit zweierlei Maß? Beim Hamburger Hafen geht Rot-Grün über den MSC-Deal weitreichende strategische Partnerschaften zur Standortsicherung ein. Warum verharrt die Stadt beim Flughafen in ideologischer Schockstarre, anstatt auch hier über eine weitere Teilprivatisierung oder starke strategische Partner nachzudenken?“
Die Kernforderungen der FDP Hamburg:
- Strategische Partnerschaften prüfen: Der Senat muss erklären, warum eine Teilprivatisierung zur Standortsicherung bei der HHLA richtig ist, beim Flughafen aber konsequent blockiert wird.
- Infrastruktur an Spitzenlasten anpassen: Die ÖPNV-Anbindung nach 21 Uhr muss dringend optimiert werden. Zudem darf das abendliche Landezwischenhoch vor der Sperrstunde nicht zum Koffer-Chaos führen.
- Fokus auf den Standort Hamburg: Nach dem Wegfall der Luftverkehrsteuer-Erhöhung im Bund müssen die lokalen Rahmenbedingungen und die europäische Erreichbarkeit im Zentrum der Debatte stehen.