HafenCity-Zentrale wird zum 64-Millionen-Euro-Luxusprojekt

Finn Ole Ritter: „Überall wird gekürzt und bei der Zentrale der HafenCity GmbH gibt es 35 Millionen Euro Mehrkosten für ein Gebäude, von dem nur die Hälfte der Fläche überhaupt benötigt wird - das verlangt Aufklärung!

Die neue Zentrale der HafenCity Hamburg GmbH wird deutlich teurer als geplant: Statt ursprünglich 39 Millionen Euro werden inzwischen rund 63 bis 64 Millionen Euro veranschlagt. Gleichzeitig verzögert sich die Fertigstellung von 2024 auf voraussichtlich 2027. Die FDP Hamburg fordert vom Senat eine transparente Wirtschaftlichkeitsrechnung für das öffentliche Bauprojekt.

„25 Millionen Euro Mehrkosten und drei Jahre Verzögerung – das ist keine Randnotiz. Die Stadt muss erklären, warum dieser Neubau in dieser Größe notwendig ist und wie sich die Investition rechnen soll“, sagt Finn Ole Ritter, Landesvorsitzender der FDP Hamburg.

Die HafenCity Hamburg GmbH will nur einen Teil der Flächen selbst nutzen und den übrigen Teil gewinnbringend vermieten. Damit hängt die Wirtschaftlichkeit des Projekts wesentlich davon ab, welche Mieteinnahmen tatsächlich erzielt werden können. Eine eigene Modellrechnung der FDP zeigt die Größenordnung: Bei Investitionskosten von 64 Millionen Euro und einer angenommenen Bruttorendite von fünf Prozent (für das selbsterklärte Ziel der gewinnbringenden Vermietung) wären jährlich 3,2 Millionen Euro Ertrag erforderlich. Je nach tatsächlich vermietbarer Fläche entspräche das einer rechnerischen Miete von rund 38 bis 47 Euro pro Quadratmeter und Monat – noch ohne zusätzliche Kosten für Instandhaltung, Verwaltung oder Leerstand.

„Wenn sich ein öffentliches Bauprojekt nur mit Mieten von möglicherweise über 40 Euro pro Quadratmeter rechnet, muss der Senat erklären, wie hoch die Risiken für die Steuerzahler sind. Öffentliche Unternehmen müssen mit Steuergeld genauso sorgfältig umgehen wie die Stadt selbst. Jeder Euro, den die Stadt hier zusätzlich ausgibt, fehlt an anderer Stelle - etwa bei der Sanierung der Infrastruktur.“, so Ritter.

Die FDP fordert deshalb, die Gesamtkosten, den tatsächlichen Flächenbedarf und die erwarteten Mieteinnahmen nachvollziehbar darzustellen. Zudem muss aufgeklärt werden, ob eine kleinere oder wirtschaftlichere Lösung möglich gewesen wäre.