Köhlbrandbrücke: Lücken bei Sensordaten werfen Fragen zur Überwachung der Sicherheit auf

Die FDP fordert vollständige Transparenz darüber, welche sicherheitsrelevanten Bauteile der Stahlseilkonstruktion, trotz fehlender Sensordaten, weiterhin lückenlos überwacht werden.

Nach Medienberichten liegen der Stadt Hamburg an der Köhlbrandbrücke derzeit nur noch Messdaten von rund 120 der ursprünglich etwa 500 installierten Sensoren vor. Für die FDP Hamburg wirft das erhebliche Fragen zur tatsächlichen Überwachung des alternden, zugleich aber unverzichtbaren Bauwerks auf.

Dazu erklärt Finn Ole Ritter, Landesvorsitzender der FDP Hamburg:

„Entscheidend ist nicht allein, wie viele Sensoren noch Messdaten liefern, sondern wo sie installiert sind und welche sicherheitsrelevanten Bauteile sie überwachen. Liefern die Messgeräte ausgerechnet an den strategisch wichtigsten Stellen weiterhin Daten – oder bestehen dort Überwachungslücken?“

Besonders kritisch sei der Brückenteil, dessen Lasten über die Pylone und die Stahlseile abgetragen werden. Der Senat müsse eindeutig darlegen, ob die Stahlseile, ihre Verankerungen, die Pylone und alle weiteren tragenden Verbindungen vollständig und dauerhaft überwacht werden.

„Bei einer Brücke dieser Bedeutung darf es keine sicherheitskritischen Dunkelfelder geben. Es reicht nicht, pauschal auf 120 Sensoren mit verfügbaren Messdaten zu verweisen. Der Senat muss offenlegen, welche Bauteile diese Sensoren überwachen, von welchen Sensoren derzeit keine Messdaten vorliegen und ob sicherheitsrelevante Bereiche weiterhin lückenlos erfasst werden.“

Die FDP Hamburg fordert deshalb eine unverzügliche und öffentlich nachvollziehbare Darstellung des Messsystems. Dazu gehören eine Übersicht über die Standorte und Funktionen der Sensoren, von denen derzeit Messdaten vorliegen, eine Benennung der Bereiche, für die derzeit keine Messdaten verfügbar sind, sowie eine unabhängige technische Bewertung, ob das bestehende Monitoring eine verlässliche Beurteilung des Brückenzustands ermöglicht.

„Die Köhlbrandbrücke ist eine Lebensader des Hamburger Hafens. Wer ihre Sicherheit mit pauschalen Angaben statt mit vollständiger Transparenz begründet, wird seiner Verantwortung nicht gerecht. Der Senat muss jetzt Klarheit schaffen – vollständig, technisch nachvollziehbar und ohne Beschönigungen“, so Ritter abschließend.