„Hamburg, wach auf aus Deinen Wasserstoffträumen!“ – FDP-Chef Ritter fordert nach F.A.Z.-Bericht radikalen Realitätscheck und Plan B für Hamburgs Energie- und Klimapolitik
Zum aktuellen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) „Hamburg stemmt sich gegen Öl und Gas“ und den darin offengelegten massiven Zweifeln an der Erreichbarkeit der Hamburger Klimaziele erklärt der Landesvorsitzende der FDP Hamburg, Finn Ole Ritter:
„Der aktuelle F.A.Z.-Bericht führt der Hamburger Öffentlichkeit das ganze Drama der rot-grünen Klimapolitik vor Augen. Der Senat hat sich durch den ‚Zukunftsentscheid‘ im Oktober 2025 in ein rechtliches und wirtschaftliches Korsett zwingen lassen, das die Stadt nun stranguliert. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 klingt in Sonntagsreden gut, entpuppt sich in der Praxis jedoch als absolut unrealistisches Wolkenkuckucksheim. Statt die Bevölkerung ehrlich über die Kosten und die technologischen Hürden aufzuklären, schlafwandelt der Senat sehenden Auges in die Deindustrialisierung und versucht, die gigantischen Lücken durch planwirtschaftliche Gängelung und Verbote zu kaschieren.“
Besonders deutlich wird das Versagen bei der Energie-Infrastruktur. Hamburg hat alles auf die Karte des gasförmigen, rein grünen Wasserstoffs gesetzt. Doch die Realität hat diese Träume längst eingeholt.
„Der Senat weigert sich beharrlich, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen“, so Ritter weiter. „Schon der Bundesrechnungshof hat im Herbst 2025 in aller Deutlichkeit testiert, dass der nationale Wasserstoff-Hochlauf asynchron, unwirtschaftlich und ohne Aussicht auf kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit ist. Die Quittung sehen wir jetzt: Erste Schlüsselindustrien wie die Stahlbranche ziehen die Reißleine und stellen ihre Wasserstoffpläne wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit und fehlender Verfügbarkeit ein.
Besonders scharf kritisiert Ritter das politische Taktieren von Bürgermeister Tschentscher und dem rot-grünen Senat bei der Umsetzung der CO2-Minderungsziele:
„Es ist ein unerträgliches Täuschungsmanöver: Der Senat weiß genau, dass die Ziele im Verkehrssektor – wo jährliche Steigerungsraten von 30 Prozent bei E-Autos nötig wären – eine reine Illusion sind. Dennoch schiebt man die entscheidenden, schmerzhaften Fragen auf die lange Bank und erklärt, dass echte Änderungen erst ab 2030 greifen sollen.“
Die FDP Hamburg fordert eine sofortige Kehrtwende in der Klima- und Energiepolitik:
- Schluss mit den Wasserstoff-Illusionen: Hamburg muss sich vom Dogma des rein gasförmigen, grünen Wasserstoffs verabschieden. Wir müssen den Fokus sofort auf marktreife, flüssige H2-Derivate wie Ammoniak und Methanol als Import- und Bunkeralternativen für den Hafen legen.
- CCS für die Industrie: Für die Schwerindustrie muss der Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS) umgehend als zwingender Baustein etabliert werden, um Arbeitsplätze zu sichern und CO2 effektiv zu senken, anstatt Betriebe aus der Stadt zu treiben.
- Keine Denkverbote bei der Energieversorgung: Der Standort Moorburg muss technologieoffen evaluiert werden – inklusive der Prüfung moderner, grundlastfähiger Kernenergie-Optionen (SMR), um die fatale Abhängigkeit von fluktuierenden Erneuerbaren zu brechen.
- Marktwirtschaft statt Verbotskultur: Klimaschutz funktioniert über Innovation und den europäischen Emissionshandel (ETS), nicht über die planwirtschaftliche Schikane von Autofahrern und Unternehmen.
„Die rot-grüne Klientel-Politik ist krachend an der Realität zerschellt. Wenn wir nicht wollen, dass in Hamburg die industriellen Lichter ausgehen, müssen wir die ideologischen Scheuklappen endlich ablegen“, so Finn Ole Ritter abschließend.